CoroCantiamo

Seltene A-capella-Kompositionen der Spätromantik

 

Am Sonntag, 19. November gibt der CoroCantiamo aus Erlangen ein A-capella-Konzert zum Ende des Kirchenjahres in der Klosterkirche Münchaurach um 17 Uhr.

 

 

Ungewöhnliche, selten zu hörende Kompositionen sind ein besonderes Anliegen des Erlanger CoroCantiamo. Deshalb liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit auch bei der Widerbelebung Alter Musik. Dennoch nimmt sich der Chor auch immer wieder einmal verloren gegangener Tonschöpfungen späterer Jahrhunderte an. Neben einem Motette von Max Reger setzt der Chor in seinem Konzert am 19. November in der Klosterkirche Münchaurach auch eine Sakralkomposition von  Giacomo Meyerbeer auf dem Programm. Der in Deutschland aufgewachsene und in Frankreich berühmt gewordene Opernkomponist wurde 1856 in Berlin geboren. Die Opern des jüdischen Komponisten waren bis zum zweiten Weltkrieg auch in Deutschland sehr beliebt. Von ihm wird eine achtstimmige Komposition über den Sterbepsalm 91 zu hören sein. Unter dem Titel:

 

...Licht gegeben dem Mühseligen?

 

erklingen noch weitere Kompositionen aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, die sich mit dem Themenkreis Sterben, Tod und Ewigkeit auseinandersetzen. Neben Meyerbeers Motette, einer Vaterunser-Paraphrase auf einen Text aus Dantes Göttlicher Komödie von Giuseppe Verdi und der titelgebenden, kraftvollen Brahmsmotette sind dies vor allem zwei auf ihre Weise sehr ungewöhnliche Tonschöpfungen von Max Reger und Ildebrando Pizetti.

Der CoroCantiamo und sein Chorleiter Marco Schneider nimmt sich einer Reger-Motette an, die in der Art ihrer Vertonung seinesgleichen sucht. Reger wagt sich darin vor bis zur Zwölftonreihe, bewegt sich aber konsequent im tonalen Raum. Allerdings sind seine harmonischen Fortgänge solchermaßen gewagt und schnell, dass das menschliche Ohr - vergleichbar der optischen Täuschung beim Auge - kaum zu folgen vermag. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches Klangbilde höchster Expressivität das Zuhörer und Ausführenden gleichermaßen einiges abverlangt.

Ganz anders das Requiem des Neoromantikers Ildebrando Pizetti. In seiner Komposition von 1922 für vier- bis zwölfstimmigen Chor besinnt sich der Italiener auf die mittelalterliche Gregorianik und Techniken der Renaissance. Besonders die der Gregorianik innewohnende, eher „stille“ Ausdruckstiefe verleiht dem Werk hoffnungsvolle Ruhe und einen Klang voll lichter Weite. Der Eintritt zum Konzert, das um 17 Uhr beginnt, ist frei. Spenden am Ausgang erbeten.